Wo ist denn die Nacht geblieben?

3 Uhr Nachts und obwohl ich schon seit einer Weile schlafen wollte liege ich hier immer noch rum und starre an die Decke (oder gerade eher den Laptop). Tja, so ist das mit Insomnia.

Wer mir auf Twitter folgt weiß, dass mein Schlafrhythmus im Moment mehr als dezent am Arsch ist. Manchmal mixen Depression und Schichtdienst nicht gut.

Aber ich muss mir diesmal auch an die eigene Nase fassen. Ich habe meine Schlafengehen-Rituale wirklich sträflich schleifen lassen die letzten zwei Wochen. Das da nix gutes bei rauskommt hätte klar sein können.

Was macht ihr denn so wenn ihr nachts nicht schlafen könnt?

Ein andern Mal werde ich mal etwas ausführlicher mein Schlafritual erklären. Aber jetzt ist erstmal Zeit für ein bisschen entspanntes Yoga in der Hoffnung das die Äuglein dann endlich zu bleiben.

Bis bald und ich hoffe ihr schlaft alle brav
Die Nachteulen Cas

get up of your keister

Hier war ja mal wieder ne Weile Funkstille also ein kleines Update:

Wer mir auf Twitter folgt weiß das ich mich vor ein paar Wochen auf Arbeit verhoben habe und mich momentan mit der LWS eines 90jährigen durch den Alltag bewege. War beim Orthopäden und der vermutet nen Bandscheibenvorfall (ist das nicht toll). Hatte diese Woche das erste Mal Physiotherapie und habe erfahren das ich nen sehr doll ausgeprägtes Hohlkreuz habe & meine Bauchmuskeln zu wenig ausgeprägt sind was beides zu meinen Rückenproblemen beigetragen hat.
Jetzt also viel Sport & möglichst rückenschonend Arbeiten.

Da ich nach meinen Diensten immer morgens mit ziemlich dollen Schmerzen aufgewacht bin werde ich mir nächste Woche mal ein paar Tage Pause von der Arbeit gönnen (zur Freude der Stationsleitung 😉 )

Sonst versuche ich mich auf den TMS vorzubereiten. Wie schon bei den HamNat Vorbereitungen treffe ich gerade beim Nachtdienst oft auf die Grenzen meiner Konzentration und Zeit. Aber wie heißt es so schön „Nothing that is worth having comes easy“. Also da muss ich jetzt durch & halt auch mal auf Serien und schönere Freizeitaktivitäten verzichten.


Source: Vivienvalentino on Tumblr

Dafür stehen in nächster Zeit ein paar schöne Veranstaltungen mit Freunden an. Darauf freu ich mich schon.

Ich werde auch versuchen über einen meiner letzten Nachtdienste zu bloggen um euch mal einen Eindruck zu verschaffen was so abgeht in nem Nachtdienst in der Rettungsstelle.

Ich hoffe euch allen geht es gut *wink*

Die Sache mit dem Fahrstuhl

Inspiriert von Hermione’s beiden Blogartikeln (Aufzüge & Liftgirl) möchte ich mal meine Erfahrungen mit Aufzügen schildern, denn auch als Mitarbeiter gibt es da oft Begegnungen der anderen Art.

Wir haben einen Aufzug der uns fast direkt aus der Rettungsstelle auf die Intensiv bringt aber leider funktioniert der halt nicht immer. Denn wenn mein Krankenhaus eines nicht ist dann ist es neu. Und dann heißt es mit beatmeten, so semi-stabilen Patienten + den dazugehörigen Geräten durch den Hauptgang hetzen zu den dortigen Fahrstühlen. Das führt natürlich zu dem ein oder anderen neugierigen Blick.

Leider bleibt es – gerade beim Warten auf den Aufzug – oft nicht bei neugierigen Blicken sondern mutiert hin zu Gaffen. Auch das lässt sich meist mit ein paar klaren Worten regeln. Was mich aber immer wieder fasziniert & was ich nie verstehen werde ist folgendes:

Wir stehen da & die Fahrstuhltüren öffnen sich. „Wir“ das sind mindestens Patient auf Trage mit Defi + Beatmungsgerät + Perfusoren, eine Pflegekraft + ein Arzt mit nem viel zu großen Rearucksack. Nicht wirklich unauffällig.

Im Fahrstuhl stehen meistens bereits Menschen und was die dann meistens machen ist einen blöd anschauen. Und stehen bleiben. Und einen blöd anschauen. Manchmal kriegen es die Leute von selber mit das sie vielleicht aussteigen sollten. Manchmal muss man sie freundlich darauf hinweisen. Und manchmal gibt es tatsächlich Leute die trotzdem noch stur stehen bleiben. Weil sie waren ja zuerst im Fahrstuhl.

Wenn im Fahrstuhl mal niemand ist dann ist da meistens mindestens einer der auf einen Fahrstuhl wartet. Und manchmal scheint der nicht zu verstehen, dass das Personal mit dem Menschen auf der Trage Vorfahrt hat und versucht in den Fahrstuhl einzusteigen. Oder versucht alternativ nachdem wir drin sind noch dazu zu steigen.

(Zum Verständnishalber es passen gerade so die Trage mit zwei – drei Leuten in den Fahrstuhl wenn du dich neben die Trage quetschst & der Bauch nicht zu groß ist).

Und es ist ja nicht so als wären wir sonderlich unauffällig. Es ist ja nicht viel wie im Film im Krankenhaus aber so einen semi-stabilen, intubierten Patienten zu transportieren ist vor allem von der Geräuschkulisse her dann doch mal ähnlich. Das wir da keine Zeit haben erst noch Tante Erna auf ihrer Station rauszulassen sollte klar sein. Aber trotzdem gibt es immer wieder böse Blicke oder Leute die nicht aussteigen bzw dringend zusteigen wollen.

(Nebst Besuchern/Patienten für die ich da noch einen Hauch mehr Verständnis habe gibt es auch Kollegen die gerne drin bleiben bzw zusteigen. Und das Verstehe ich nun wirklich nicht. Gerade die sollten es ja wissen.)

Leute so schwer ist das nicht: Menschen im Bett haben Vorfahrt. Menschen an vielen Geräten haben die allermeiste Vorfahrt und außer du bist alt & gebrechlich solltest du aus dem Weg hüpfen ohne das wir auch nur ansatzweise Bremsen müssen. Und definitiv nicht versuchen dir mit uns einen Fahrstuhl zu teilen.

In diesem Sinne…

Freitagsfüller #4

Ich hatte Nachtdienst, insofern ist für mich noch Freitag. So 😛

1.  Es ist kalt geworden und  ich kuschel mich jetzt immer mit Wärmflasche ins Bett .

2.   Wer brauch schon  Autos.

3.   Im neuen Jahr brauche ich keine neue depressive Episode .

4.   Das ich mit relativ kleinem aber täglichem Aufwand meinen Haushalt aus dem Chaos halten kann ist eine neue Entdeckung.

5.   Unser Weihnachtsbaum war eine Hand voll Tannenzweige und müsste langsam mal wech o.O .

6.  Tagdienst ist ganz in Ordnung.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Arbeit! (geiler Dienst mit geilen Leuten war geil :D) , morgen habe ich in ner Bar mit Kollegen treffen geplant geplant und Sonntag möchte ich mal bei meinen Eltern reinschneien ! (Ach ja und nen Blogeintrag habe ich versprochen!)

Die stillen Helden

Aus gegebenem Anlass möchte ich mal den „unbesungenen Helden“ des Krankenhauses danken. In den heutigen Tagen hört man ab und zu „ein Dank auch an das Krankenhauspersonal“ oder „Dank an die Ärzte und Pflegekräfte“.
Wenn Leute sich gerade während Katastrophenzeiten aber auch sonst beim Krankenhauspersonal bedanken, dann meinen die meisten Ärzte, eventuell noch die Pflege. Aber kein Krankenhaus funktioniert nur mit Ärzte und Pflege. Wir wären aufgeschmissen ohne all die Leute die uns jeden Tag begleiten. Und die werden viel zu oft vergessen.

An all diejenigen: DANKE!

Danke an die Röntgen MTAs ohne die wir kein Polytrauma und keine Rea vernünftig versorgt kriegen würden.

Danke an die Labor MTAs ohne die wir kaum einen Patienten diagnostizieren oder behandeln könnten.

Danke an die Mitarbeiter der Blutbank. Ohne euch wäre so mancher Patient verstorben, egal ob in der Rettungsstelle, im OP oder auf Station.

Danke an die Putzkräfte. Egal ob Erbrochenes, Stuhlgang oder Urin, ihr kriegt alles sauber. Ihr reinigt die OP Säle & sorgt dafür das Zimmer nach hochinfektiösen Patienten wieder benutzbar sind. Ihr kommt in den Schockraum und wischt 2l Blut vom Boden auf ohne ein Wort.

Danke an die OTAs. Ihr sorgt dafür das die Chirurgen überhaupt was in der Hand haben womit sie wild rumhantieren.

Danke an die Mitarbeiter der Sterilisators. Jede Nacht haut ihr euch um die Ohren damit sterilisierte Instrumente bereitstehen für alles von Ohrenschmalz entfernen zur Herztransplantation.

Danke an die Transporter. Ohne euch wäre jedes größere Krankenhaus schon lange zum Stillstand gekommen und kein Patient würde zur Diagnostik finden.

Danke an die Kollegen aus der Küche. Das sowohl wir als auch die Patienten Essen brauchen ist hoffentlich allen klar.

Danke an die Verwaltungskräfte. Patienten aufnehmen, verlegen, elektronische Akten zusammenführen. Wir sind jedes Mal aufgeschmissen wenn wir das selber machen müssen.

Danke an die Apotheke. Danke an die Kollegen die die Betten machen. Danke an die Medizintechnik & alle anderen Techniker. Danke an die die Auffüllen oder Nachbestellen oder Liefern.

Danke an alle die die dafür Sorgen das ein Krankenhaus funktioniert.

Danke an alle die im Katastrophenfall da sind und dafür Sorgen das wir Leben retten können. Ihr habt vielleicht noch nie eine Leiche gesehen oder reanimiert. Aber auch ihr rettet Leben. Ohne euch käme alles zum Stillstand. Ohne euch geht nichts.

Viele von euch arbeiten wie Ärzte und Pflege im Schichtdienst. Viele von euch opfern Feiertage, Wochenenden, Geburtstage für einen oft miserabel bezahlten und undankbaren Job. Ihr seit die unbesungenen Helden eines jeden Krankenhauses.

Danke.

Freitagsfüller #3

Und hier wieder die Freitagsfüller auch wenn es ja Uhrzeitmäßig schon Samstag ist 😀

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1.  Es mag ja sein, dass die Arbeit mir meistens Spaß macht aber ich bin echt froh jetzt etwas frei zu haben.

2.   Mein Leben läuft ganz gut .

3.   Das Stichwort ist Endoplasmatisches Retikulum.

4.   Schlafen ist mein Hobby .

5.   Die letzte Person, die ich umarmt habe war eine Ärztin die leider ihren letzten Tag bei uns hatte.

6.   Manchmal kriege ich bei neuen Herausforderungen  kalte Füße.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf schlafen, morgen habe ich nix geplant und Sonntag möchte ich erfolgreich Faulenzen!

i’m like a rubber band

Es ist 01:18. Ich bin immer noch wach. Warum? Weiß ich nicht. Bin todmüde aber kann nicht schlafen.

Den ganzen Tag habe ich nichts geschafft, dabei sieht meine Wohnung aus wie ein Schlachtfeld. Ich habe in den letzten Wochen gerade so viel gemacht das meine Mitbewohnerin nicht vollkommen ausrastet. Aber richtig geputzt schon ewig nicht mehr. Das letzte Mal mein Zimmer gesaugt habe ich vor über einem Monat. Vielleicht länger.

Ich wollte den freien Tag heute unbedingt nutzen zum aufräumen. Damit ich mich wieder wohl fühle in meinen eigenen vier Wänden. Stattdessen hab ich im Bett gelegen. Nichts richtiges gegessen. Der Kühlschrank ist nichtmal leer.

So ein bisschen habe ich ja schon darauf gewartet das die depressive Episode wiederkommt. Die Arbeit ist nicht ohne, ich habe mich intensiv auf die Bewerbung fürs Studium vorbereitet und bin trotzdem nicht reingekommen, meine Oma ist gestorben.

Die Zeichen waren da das es langsam mal wieder bergab geht & das Chaos in meiner Wohnung ist nur eines der Symptome die mir schon vor einer Weile aufgefallen sind die ich aber trotzdem immer weiter habe wachsen lassen.

Mir geht es bei weitem nicht so schlecht wie es mir vor vor knapp 1 1/2 Jahren ging als ich es kaum aus dem Bett geschafft habe und mich alles überfordert hat.

Und jetzt mal ganz ehrlich… Wenn ich das hier so schreibe und darüber nachdenke fällt mir erst auf wie unglaublich das eigentlich ist. Das dieses vergleichsweise kleine Loch das erste ist was mich seit 1 1/2 Jahren erwischt hat obwohl ich seit mindestens nem halben Jahr so ziemlich alle Angewohnheiten die für meinen Genesungsprozess am Anfang essentiell war habe Schleifen lassen. Und sowohl privat als auch beruflich einige krasse Sachen erlebt habe.

Und das ist vielleicht auch der Punkt. Ich habe sie schleifen lassen und nicht aufgegeben. Zumindest die Grundgedanken sind hängen geblieben.

Klar muss ich mich jetzt wieder zusammenreißen und mehr Struktur und gute Rituale wieder in meinen Alltag einbauen und das bedeutet harte Arbeit, aber das Fundament steht noch.

Und statt mich über mich zu ärgern, zu jammern und über alle eventuellen Versager zu grübeln bin ich jetzt einfach stolz auf mich. So. Weil das kann ich wirklich sein.

Und jetzt, jetzt gehe ich endlich schlafen.

Freitagsfüller #2

Ja ich weiß ich hab schon länger nix gepostet insofern habt hier mal nen verspäteten Freitagsfüller 🙂

1.  Wenn ich könnte würde ich das ganze Wochenende im Bett verbringen.

2.   Weintrauben & Cashew-Nüsse ist zur Zeit mein Lieblingssnack . Und natürlich immer und immer und immer Schokolade 😍.

3. Mein Leben wäre einfacher, wenn ich dieses Jahr einen Medizinstudienplatz bekommen hätte.

4.   Mit lieben Kollegen noch etwas gemeinsam trinken gehen  ist eine schöne Art den Tag zu beenden.

5.   Erste Eindrücke sind manchmal richtig, manchmal falsch und sind so extrem situationsabhängig das man sie immer noch mal überdenken sollte.

6.   Bei relativ wenig Dingen  wird mir schlecht.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Zeit verbringen mit den Kollegen (war sehr schön), morgen habe ich putzen geplant und Sonntag möchte ich zu Ende putzen (meine Wohnung ist ein Saustall 🙈)!

 

Ich hoffe ich schaffe es dieses Wochenende endlich mal den ein oder anderen Blogpost fertig zu schrieben und zu posten ❤️

Freitagsfüller #1

Dank der lieben Hermione bin ich auf die Freitagsfüller aufmerksam geworden und dachte mir wieso nicht 😀

1. Ich bin wirklich emotional erschöpft.

2. Einen Nachmittag mit meinem Opa zu verbringen & zu sehen das er noch Lebensfreude hat war sehr beruhigend.

3. Wäre nächste Woche Weihnachten, wäre ich dezent überfordert.

4.  Mein Bett ist sehr bequem .

5. Wenn ich an Paris denke, denke ich an meine Cousine.

6. Man nehme etwas Schichtdienst, füge Schlafprobleme, spannende Serien & gute Bücher dazu, und erhalte eine total übermüdete Cashay.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf #glitzermond mit den Leuten auf Twitter, morgen habe ich nix außer Nachtdienst geplant und Sonntag möchte ich mal bei meinen Eltern vorbeischauen!

 

Pflege kann jeder.

Es gibt sie immer wieder, die Diskussion darüber wer nun Pflege kann und wer nicht. Ob es darum geht Arbeitslose oder Flüchtlinge mehr oder weniger freiwillig in der Pflege einzusetzen (mit mehr oder weniger guter Ausbildung) oder Fachkräfte durch Pflegehelfer zu ersetzen. Sie wollen einfach nicht sterben die total tollen Ideen wie man dem Pflegenotstand begegnet indem man die Qualität der Pflege herunterschraubt.

Ebenso ausreichend wie schlechte Ideen gibt es auch die Beispiele das Pflege eben nicht jeder kann. Neulich hatte ich mal wieder so eine Situation.
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